Griechenland-Projekttage

27. April - 5. Mai 2001

Die diesjährige Griechenland-Studienfahrt, die zwölfte seit deren Einführung, wurde in Form eines EU-Projektes gestaltet. Alle Teilnehmer (es nahmen die Griechischschüler der fünften, sechsten und siebenten Klassen daran teil) hielten Referate an den einzelnen Kulturstätten. Da das Projekt während der Unterrichtszeit durchgeführt wurde, gab man aus zeitlichen Gründen einer Flugreise den Vorzug. In Athen, das wir gründlich kennenlernten, waren wir Gäste der neuerrichteten Metro. Eine Schiffs-reise zur Insel Ägina wurde auch durchgeführt. Für vier Tage, die wir im Strandhotel Kalamaki Beach verbrachten, wurden Busse gechartert; in dieser Zeit besuchten wir Eleusis, Korinth mit dem Kanal und den antiken Häfen Lechai-on und Kenchreai, das „Bad der Helena", Epidaurus, Asine, Tiryns, die Königsgräber von Dendra, Isthmia, Nemea, Mykene und das Heraion von Perachora. Die Leitung oblag, wie bei allen früheren Griechenlandfahrten, Mag. Karlheinz Pirker, die Begleitung übernahmen Dr. Helga Rogl und HR. Direktor Dr. Josef Wilhelm.

Im Rahmen dieses Projektes wurden auch die Schüler gefragt, welches Kulturdenkmal das größte Interesse erweckt hat. Die Antworten fielen recht differenziert aus:

Das Theater von Epidaurus hat in mir das größte Interesse erweckt. Es ist schon wegen seiner Größe sehr imposant, allein die Orchestra hat einen Durchmesser von ca. 20 Metern. Am meisten beeindruckt hat mich die ausgefeilte Akustik und der gute Zustand der Sitzreihen.

Es ist erstaunlich, dass man in den oberen Sitzreihen Münzen, die auf den mar-kierten Punkt in der Mitte fallen, noch laut hören kann. Ich habe es auch recht lustig gefunden, dass sich manche getraut haben in die Mitte der Orchestra zu gehen und zu singen. Interessant finde ich auch, dass der Bezirk, in dem der Halbgott Asklepios für die Heilung von Men-schen zuständig war, so riesig war.

Von den meisten Gebäuden und Tempeln sind leider nur noch die Fundamente zu sehen; die Tholos wird zur Zeit rekonstruiert, was sehr hilfreich ist, damit man sich dieses Gebäude besser vorstellen kann. Die Badewanne ist son-derbar mit dem „Einfluss, aber ohne Abfluss".

Nicht weit entfernt davon befindet sich das Stadion. Sportstätte und Theater - wollte man die Kranken beschäftigen oder von ihrer Krank-heit ablenken? Ein kleines Museum mit Fund-gegenständen, wie Vasen, Statuetten, Gesims-teilen und Rekonstruktionszeichnungen veran-schaulichen die Bedeutung dieser Kultstätte in der Antike.

(Alexander Absenger, Christoph Schneditz, 5a)

Das Odeion des Herodes Atticus. Es ist dies eines der beiden Theater, die in den südlichen Abhang der Akropolis eingebettet sind (das andere ist das Dionysustheater).

Es stammt aus römischer Zeit und war angeblich das prunkvollste Theater Griechenlands. Es hat 32 Sitzreihen aus Marmor. Eine riesige und aufwendige Skene (Bühnenhaus) sowie eine auffallend schöne Architektur mit phantastischen Ornamenten sind typisch für die hellenistische Bauweise.

Dieses Bauwerk ist fast vollständig original erhalten. Das Odeion zeigte mir am eindrucks-vollsten die antike Theaterbaukunst.

(Lilli Rogl, 5c)

Die Stoa poikile in Athen: Sie ist ein beein-druckend großes Gebäude, in dessen geräumi-ger Halle es trotz der großen Hitze angenehm kühl ist. Mich beeindruckt die Tatsache, dass hier der Diskussionsort der antiken Philosophen (Sokrates usw.) war. Das besondere Flair der Stoa erklärt mir, warum die Philosophen bei der griechischen Mittagshitze lieber gehend als sitzend philosophierten ...

(Georg Pirker, 5a)

Das von Schliemann fälschlich als Totenhalle des Agamemnon benannte Kuppelgrab von Mykene. Der Grabhügel wurde von Schliemann vor nicht ganz 150 Jahren entdeckt.

Da er sehr schöne Schätze enthielt, darunter auch eine goldene Totenmaske, dachte der Aus-gräber, er habe das Grab Agamemnons gefun-den. Dieses Grab besteht aus zwei Räumen, einem großen Kuppelbau und anschließend befindet sich eine kleine Sargkammer mit einem

Altar. Die Akustik im Kuppelbau ist einfach atemberaubend. Es ist in der Gesamtheit ein so imponierender Bau, dass ich gerne mal wieder hinmöchte.

(Jakob Leitgeb, 5a)

Für mich war die gesamte Reise sehr beeindruckend und ich bin von dieser Kultur wirklich sehr fasziniert. Jedes Denkmal spricht für sich und besitzt eine eigene Schönheit.

Außergewöhnlich gut hat mir unter anderem der Schiffsausflug auf die Insel Ägina gefallen. Hier begeisterte mich besonders der Aphaia-tempel, der für mich der schönste war. Er ist ziemlich groß und noch sehr gut erhalten. Der Tempel hat sechs Säulen an der Breitseite und zwölf an der Längsseite. Innen ist er geteilt in ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe.

Der Tempel ist zu Ehren der Göttin Aphaia auf der Kuppe einer hügeligen und bewaldeten Landschaft erbaut worden. Unvergesslich wird uns auch die Fahrt mit dem übervollen Bus auf dieser Insel bleiben.

(Verena Trieb, 5b)

Es ist sehr schwer, ein einzelnes Denkmal allein hervorzuheben, da die Griechenlandreise im gesamten so aufregend war. Aber um eines von den vielen schönen Erlebnissen zu be-schreiben, gehe ich näher auf die Sportstätten von Isthmia und Nemea ein. Im Museum von Isthmia, bekannt durch die isthmischen Spiele an der Landesenge von Korinth zu Ehren des Meeresgottes Poseidon, beeindruckte mich zunächst die Gestaltung der Grabsteine.

Anhand dieser konnte man die Siege verschiedener Athleten ablesen (z.B.: Ölkranz, Lorbeerkranz, Fichtenkranz, Selleriekranz etc.) Im Freigelände wurde uns von Georg ein-drucksvoll demonstriert, dass die nachgebaute antike Laufbahnmechanik so ihre Tücken hatte. Georg stellte sich in eine in Stein gehauene Vertiefung im Boden, aus der er verschiedene Schnüre in vorgegebenen eingemeißelten Linien zu den einzelnen Start-Schranken der Laufbahn zog. Bei gleichzeitigem Loslassen der Schnüre sollten sich die Schranken öffnen, damit ein Frühstart eines Läufers verhindert werde. Aber als wir Mädchen uns nebeneinander hinter die-sen Schranken aufgestellt hatten und Georg die Schnüre losließ, hatten alle startfrei - bis auf mich, weil die Mechanik bei meinem Schranken nicht funktioniert hatte. Dies könnte auch den alten Griechen passiert sein, da sich dieses System - verständlicherweise - nicht durchsetzte.

In Nemea konnten wir zunächst live bei Ausgrabungen an den Fundamenten des Zeus-tempels zusehen, bevor wir das vor wenigen Jahren freigelegte Stadion besuchten, in dem zu Ehren des Zeus und des Herakles die nemeïschen Spiele abgehalten wurden. Wie Sieger zogen wir durch ein etwa hundert Meter langes Tor ein und erlebten einen spannenden Wettlauf (fast) aller Männer. Ein großes Lob an unseren Herrn Hofrat, der auch tapfer die Strecke barfuß hinter sich gebracht hatte.

(Agnes Kern, 5c)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Archäologischen Museum in Piräus